Zwei Pistolen aus der Zeit der Vereinsgründung: Links eine Parabellum 06/29 von 1940 mit braunen Bakelit-Griffschalen. Aufgrund des "P" vor der Waffennummer handelt es sich um eine von ca. 1922 Privatausführungen, die nicht an die Armee geliefert wurden, sondern direkt in den Privatverkauf gingen. Rechts eine Parabellum 06/29 der 1. Ausführung von 1937 mit roten Canevasit-Griffschalen.

 

Etwas zur Vereinsgeschichte

 

Unser Verein wurde am 23. Mai 1942, also mitten im Zweiten Weltkrieg, als "Pistolen- & Revolverklub Leimental" von Unteroffizieren und Grenzwächtern des hinteren Leimentales gegründet.
Die Gründungsversammlung fand auf Initiative von Otto Schumacher aus Flüh im Restaurant zur Post in Mariastein statt. Anwesend waren 12 Gründungsmitglieder, weitere 8 Männer waren verhindert und wurden in Abwesenheit durch "telephonischen Bericht oder im Auftrage anwesender Mitglieder" aufgenommen, sodass sich schlussendlich die Zahl von 20 Gründungsmitgliedern ergab.

Aus dem Gründungsprotokoll ist ersichtlich, dass aufgrund des Bedarfes der Armee eine Anschaffung von privaten Waffen während des Krieges nicht möglich war und deshalb in der Anfangszeit die waffentragenden Kameraden ihre persönlichen Waffen für die Vereinsübungen zur Verfügung stellten.
Im Anschluss an die Versammlung wurde noch eine "kleine Taufe gefeiert" und jedes Vorstandsmitglied musste "etwas Nasses spendieren".



Untenstehend das Gründungsprotokoll vom 23. Mai 1942:

In den Anfangsjahren war die Zahl an Pistolen- und Revolverschützen ausgeglichen. Durch die Umbewaffnung der Armee nahmen die Revolverschützen jährlich ab, bis letztmals im Jahr 1982 Obligatorisches und Feldschiessen noch mit einem Revolver geschossen wurden. Als Konsequenz daraus wurde der Vereinsname in "Pistolenclub Leimental" abgeändert.

Im Jahre 1953 war der Verein bei der Einführung des jährlich stattfindenden Felsplatten-Erinnerungsschiessens mitbeteiligt. Dieser Anlass ist dem in beiden Weltkriegen genutzten Beobachtungsposten

Felsplatte, mit Sicht weit über die Landesgrenze hinaus, gewidmet. Als gemeinschaftlicher Schiessanlass aller 8 leimentaler Sektionen wurde er vom Vereinsgründer Otto Schumacher ins Leben gerufen. Ursprünglich auf 300m und 50m durchgeführt, erfreute er sich grosser Beliebtheit mit Teilnehmerzahlen, die in den Spitzenjahren 2300 Schützen überstiegen. 1971 musste deshalb sogar die Festhütte vergrössert werden. Ab Ende der 70er Jahre nahm die Beteiligung dann stark ab. Das Felsplattenschiessen hat bis heute überlebt und wird von unserem Verein weiterhin für die 50m Pistolen-Distanz organisiert, von den alten Teilnehmerzahlen können wir allerdings nur noch träumen.


Ein Ordonnanzrevolver 1882 aus der Zeit, als der PCL noch offiziell ein "Pistolen- & Revolverklub" war.


Quellennachweis Text: Jubiläumsschrift: 100 Jahre Bezirks-Schützenverband Dorneck 1891-1991
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